Ostfildern, 18.03.2026 (lifePR) – Drei Tage lang war das Congress Centrum Ulm wieder Treffpunkt der Beton- und Fertigteilbranche. Vom 10. bis 12. März 2026 kamen rund 1.500 Fachleute zu den 70. BetonTagen zusammen. Die Traditionsveranstaltung unterstrich damit einmal mehr ihre zentrale Rolle als Wissensplattform und wichtiger Impulsgeber für die Industrie. Gleichzeitig wurde deutlich, wie stark sich die Branche im Umbruch befindet. Nachhaltigkeit, Digitalisierung und neue Materialien prägen zunehmend das Bauen mit Beton und verändern Planung, Produktion und Bauprozesse. Unter dem Motto „Märkte für Menschen“ rückte die Jubiläumsausgabe neben den technischen Entwicklungen die gesellschaftlichen Anforderungen an das Bauen stärker in den Fokus. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie die Betonfertigteilbauweise dazu beitragen kann, Bauwerke lebenswert, klimagerecht und zugleich wirtschaftlich zu gestalten.

Begleitet wurde der Kongress von einer umfangreichen Ausstellung der Maschinen-, Software- und Zulieferindustrie sowie neuen Formaten wie dem erstmals veranstalteten TALKCONCRETE | DIGITAL HUB – eine neue Plattform für die Kommunikator:innen entlang der gesamten Wertschöpfungskette Bau.

Breites Fachprogramm mit Blick auf Zukunftsthemen

Das Fachprogramm lieferte wieder ein breites Spektrum an Vorträgen, Diskussionsrunden und Workshops. Expertinnen und Experten aus Praxis, Forschung, Planung und der öffentlichen Hand zeigten, welchen Stellenwert die nachhaltige Transformation in der Branche mittlerweile hat. Nachhaltige Baustoffe, Ressourcenschonung, CO2-Reduktion und Kreislaufwirtschaft gehörten zu den zentralen Themen. Gerade im Betonbau steckt hier enormes Potenzial. Vorträge zu zementarmen Betonen, alternativen Bindemitteln, RC-Beton, Leichtbau, zum seriellen und modularen Bauen, zum 3-D-Betondruck sowie zum Re-Use von Fertigteilen standen auf der Agenda. Zudem bot der Praxis-Workshop konkrete Einblicke in neue Technologien, etwa zum Einbau von Carbonbewehrung.

BranchenTalk und Best-Practice

Eine Neuheit war der BranchenTalk, der Raum für eine offene Diskussion über die aktuellen politischen, rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen der Bauwirtschaft geschaffen hat. Die Experten Dr. Matthias Frederichs vom Bundesverband – Baustoffe Steine und Erden, Prof. Michael Haist, Universität Stuttgart, und Dr. Ulrich Lotz als Branchenexperte und Veranstalter der BetonTage, standen dabei Rede und Antwort.

Alle Beteiligten waren sich einig, dass es vor allem verlässliche politische Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und effizientere Prozesse im Bau braucht. Nur so kann die nachhaltige Transformation gelingen und der dringend benötigte Wohnraum und die notwendige Infrastruktur schneller realisieren werden. Denn: Innovationen gibt es genug – es hapert an der Umsetzung.

Die Rahmenbedingungen waren auch Gegenstand der spannenden Podiumsdiskussion rund um den Brückenbau in Deutschland. Sie machte deutlich, wie groß der Bedarf am modularen Brückenbau in Deutschland ist, nicht zuletzt aufgrund von Vorteilen wie der Bauzeitverkürzung und Staureduzierung. Lösungen dafür gibt es bereits. Aber wie kann das Thema mehr in die Breite getragen werden? Der Verantwortliche des Bundesministeriums für Verkehr signalisierte große Offenheit und Bereitschaft zur Veränderung.

Digitalisierung verändert Planungs- und Bauwesen

Die Digitalisierung und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) finden zunehmend ihren Weg in die Beton- und Baustoffbranche und damit auch ins Programm der BetonTage. In mehreren Beiträgen diskutierten Expertinnen und Experten über deren Auswirkungen auf Planung, Produktion und Kommunikation. KI hat das Potenzial, Planungs- und Produktionsprozesse grundlegend zu verändern und nachhaltige Materialein noch effizienter zu gestalten. Ob es um den präzisen Einsatz von Zusatzstoffen oder die Optimierung von Rezepturen geht – KI wird zum entscheidenden Hebel für die Ressourceneffizienz. Dabei wurde deutlich, dass die Branche noch am Anfang dessen steht, was damit im Bauwesen möglich ist.

Digital Hub: Marketing, Kommunikation und KI im Fokus

Ein weiteres neues Format feierte in diesem Jahr Premiere: der TALKCONCRETE | DIGITAL HUB . Die neue Plattform widmet sich der digitalen Kommunikation und dem Marketing in der Beton- und Bauindustrie.

Hier trafen Kommunikationsverantwortliche aus Unternehmen, Content-Creator, Führungskräfte aus Architektur und Planung, Podcaster, die Baufachpresse, Social-Media-Manager und KI-Spezialisten aufeinander, um über neue Wege der digitalen Positionierung in der Bauwirtschaft und über Praxistipps für Online-Marketing & Social Media zu diskutieren. Themen waren unter anderem das strategische Storytelling, neue Contentformate, die Rolle von Corporate Influencern in technischen Branchen sowie die Nutzung von KI für Content-Produktion und Wissensmanagement.

Der Digital Hub traf den Nerv der Zeit. Die positive bis hin zu euphorischer Resonanz, Zitat „A new star is born“, auf die zweitägige Veranstaltung machte deutlich, dass sich die Transformation der Branche längst nicht nur auf Baustoffe und Bauprozesse beschränkt. Digital vernetzte Kommunikation wird für Unternehmen der Beton- und Baubranche zunehmend zum strategischen Faktor. Wer seine Pro-dukte und Innovationen sichtbar und verständlich machen will, muss lernen, seine Themen authentisch zu erzählen – ob in Print oder online.

Innovationen zum Anfassen

Die Vielfalt der Stände in der Ausstellung zeigte, wie viel Know-how in die Herstellung von Beton(bauteilen) fließt. Mehr als 140 Aussteller aus der Zuliefer-, Maschinen- und Softwareindustrie präsentierten dort ihre Produkte und Dienstleistungen.

Die beste Neuentwicklung wurde mit dem Innovationspreis der Zulieferindustrie Betonbauteile 2026 ausgezeichnet. Gewinnerin ist die EMIDAT GmbH aus München mit ihrer digitalen Plattform für verifizierte Umwelt- und Produktdaten. Die Lösung unterstützt die Hersteller von Betonbauteilen dabei, Nachhaltigkeits- und Produktinformationen strukturiert zu erstellen, zu verwalten und bereitzustellen, und das zu überschaubaren Kosten. Sie erleichtert damit den Umgang mit steigenden Anforderungen an Transparenz und CO₂-Bilanzierung im Bauwesen.

Eine Special Mention ging an die Heidelberg Materials AG für die Entwicklung von evoZero®, einem Zement mit signifikant reduzierten CO₂-Emissionen. Die CO₂-Reduktion wird unter anderem durch den Einsatz von Carbon-Capture-and-Storage-Technologie erreicht. Eine weitere Anerkennung erhielt die Steeltec AG aus Emmenbrücke in der Schweiz für OCIMA – Online Corrosion Initiation Modelling App. Die Anwendung ermöglicht es, den Beginn von Korrosionsprozessen in Stahlbewehrungen rechnerisch frühzeitig und präventiv zu prognostizieren.

Networking mit Mehrwert

Neben drei Tagen voller Wissenstransfer und fachlichen Impulsen standen die BetonTage vor allem für das Netzwerken. Neue Kontakte knüpfen, bekannte Gesichter wiedersehen und sich fachlich und persönlich in den Vorträgen und während der Pausen und der Abendveranstaltungen auszutauschen – das machte und macht dieses Event so wertvoll und in seinem Charakter einzigartig. Freuen Sie sich daher schon jetzt auf die 71. BetonTage vom 23. – 25. Februar 2027 in Ulm.

www.betontage.de