Kreuztal, 02.03.2026 (PresseBox) – Die Baukonjunktur in Nordrhein-Westfalen zeigt erste Stabilisierungstendenzen. Nach deutlichen Rückgängen haben sich die Auftragseingänge insbesondere im öffentlichen Bau und – von sehr niedrigem Niveau aus – im Wohnungsbau erhöht. Von einer durchgreifenden Erholung kann jedoch weiterhin keine Rede sein, auch wenn sich die Lage zuletzt etwas gefestigt hat.

Öffentlicher Bau trägt die Entwicklung

Impulsgeber bleibt der öffentliche Bau, der unter anderem von Mitteln aus dem Sondervermögen Infrastruktur profitiert. Angesichts des hohen Sanierungsbedarfs bei Verkehrswegen und öffentlichen Gebäuden ist dies von zentraler Bedeutung.

Gleichzeitig bleibt entscheidend, dass aus steigenden Auftragseingängen auch zügig konkrete Projekte werden. Hier bremsen weiterhin langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Stephan Hundhausen, Obermeister der Bauinnung Westfalen-Süd, erklärt:

„Der öffentliche Bau sorgt derzeit für eine gewisse Grundstabilität in vielen Betrieben und verbessert die Planbarkeit. Wir dürfen jedoch nicht übersehen, dass wir von einem sehr niedrigen Ausgangsniveau kommen und ein Teil der Zuwächse preisbedingt ist.“

Wohnungsbau stabilisiert sich – bleibt aber deutlich unter Bedarf

Auch im Wohnungsbau sind leichte Erholungstendenzen erkennbar. Die Entwicklung erfolgt jedoch weiterhin von einem sehr niedrigen Niveau aus. Die Fertigstellungen bleiben deutlich hinter dem tatsächlichen Bedarf zurück.

Zudem relativieren Preissteigerungen von rund 3 Prozent im Wohnungsneubau die nominalen Zuwächse.

Rüdiger Sabisch, stellvertretender Obermeister der Bauinnung Westfalen-Süd:

„Wir sehen eine Bodenbildung im Wohnungsbau, aber noch keine echte Trendwende. Real fällt die Verbesserung moderat aus. Damit wieder deutlich mehr gebaut wird, brauchen wir verlässliche Förderbedingungen und spürbar schnellere Genehmigungen.“

Wirtschaftsbau bleibt verhalten

Der Wirtschaftsbau entwickelt sich weiterhin zurückhaltend. Die Auftragseingänge legten lediglich um 0,1 Prozent zu, der Umsatz um 0,6 Prozent. Viele Unternehmen agieren angesichts der konjunkturellen Unsicherheiten vorsichtig und verschieben Investitionsentscheidungen.

Ausblick 2026

Für 2026 zeichnen sich vorsichtige Stabilisierungstendenzen ab. Eine nachhaltige Erholung setzt jedoch verlässliche Rahmenbedingungen, Investitionssicherheit und beschleunigte Verfahren voraus.

Dr. Bernhard Baumann, Hauptgeschäftsführer der BAUVERBÄNDE.NRW, erklärt abschließend:

„Von einer breit getragenen konjunkturellen Erholung kann derzeit noch nicht gesprochen werden. Der öffentliche Bau setzt wichtige Impulse, doch insgesamt bleibt die Lage fragil. Damit Investitionsprogramme ihre volle Wirkung entfalten können, brauchen wir effizientere Verfahren, weniger Bürokratie und echte Planungssicherheit für die Betriebe.“