Bremen, 17.03.2026 (lifePR) – Viele Eigentümer beschäftigen sich erst spät mit der Frage, was mit ihrer Immobilie nach ihrem Tod passieren soll. Doch gerade bei Häusern oder Eigentumswohnungen kann fehlende Planung zu Problemen führen. Auch in Bremen stehen Familien im Erbfall häufig vor der Herausforderung, Immobilien gemeinsam verwalten oder aufteilen zu müssen.
Ohne Testament entsteht oft eine Erbengemeinschaft
Liegt kein Testament vor, greift automatisch die gesetzliche Erbfolge. In diesem Fall geht der gesamte Nachlass – einschließlich Immobilien – an die gesetzlichen Erben über.
Sind mehrere Personen erbberechtigt, entsteht eine Erbengemeinschaft. Das bedeutet: Die Immobilie gehört allen Miterben gemeinsam und unterschiedliche Interessen führen dabei häufig zu Konflikten. Entscheidungen über Vermietung, Renovierung oder Verkauf müssen immer gemeinsam getroffen werden. Gerade bei Immobilien in Städten wie Bremen, in denen Häuser und Eigentumswohnungen häufig einen großen Anteil am Familienvermögen ausmachen, kann das schnell zu Spannungen zwischen den Erben führen.
Hinzu kommt ein praktisches Problem: Immobilien haben häufig den größten Wert im Nachlass. Wenn ein Erbe das Haus behalten möchte, müssen andere Erben meist finanziell ausgezahlt werden. Fehlt dafür die nötige Liquidität, bleibt am Ende oft nur der Verkauf.
Testament schafft klare Verhältnisse
Ein Testament ermöglicht es Eigentümern, den Nachlass gezielt zu regeln. Sie können festlegen, wer das Haus oder die Wohnung erhält und wie andere Erben berücksichtigt werden sollen.
„Gerade bei Immobilien kann ein klar formuliertes Testament spätere Streitigkeiten vermeiden“, sagt Katharina Heid, Geschäftsführerin der Heid Immobilienbewertung. „Wer frühzeitig festlegt, wie der Nachlass verteilt werden soll, schafft für seine Angehörigen mehr Planungssicherheit.“
Privates oder notarielles Testament?
Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, ein Testament zu erstellen: ein privates (handschriftliches) Testament oder ein notarielles Testament.
Ein eigenhändiges Testament kann zwar schnell und ohne Kosten erstellt werden. Allerdings besteht hier ein höheres Risiko für Formfehler oder unklare Formulierungen. Schon kleine Ungenauigkeiten können später zu rechtlichen Problemen führen.
Ein notarielles Testament bietet dagegen deutlich mehr Rechtssicherheit. Der Notar berät zur Gestaltung des Nachlasses und sorgt dafür, dass alle rechtlichen Anforderungen eingehalten werden. Gerade wenn eine Immobilie zum Nachlass gehört, kann diese Variante sinnvoll sein.
Verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten für Immobilien
Je nach familiärer Situation gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, eine Immobilie im Testament zu regeln. Zu den häufigsten Varianten zählen:
– Berliner Testament: Ehepartner setzen sich gegenseitig als Alleinerben ein, die Kinder werden erst nach dem Tod des zweiten Partners Erben.
– Vermächtnis: Eine bestimmte Person erhält eine Immobilie oder einen bestimmten Vermögensgegenstand.
– Teilungsanordnung: Der Erblasser legt fest, welcher Erbe welche Vermögenswerte erhält.
– Vor- und Nacherbschaft: Der Nachlass geht zunächst an einen Vorerben und später an einen Nacherben über.
Welche Lösung sinnvoll ist, hängt stark von der individuellen Familien- und Vermögenssituation ab.
Typische Fehler bei Testamenten mit Immobilien
Gerade bei privat verfassten Testamenten treten häufig Fehler auf. Dazu gehören zum Beispiel Formfehler, unklare Formulierungen oder eine ungenaue Beschreibung der Immobilie.
Auch eine falsche Einschätzung des Immobilienwerts kann Probleme verursachen. Wird ein Haus im Testament einem Erben zugesprochen, müssen andere Erben häufig finanziell ausgeglichen werden. Ohne realistische Bewertung kann es dann schnell zu Streit oder finanziellen Schwierigkeiten kommen.
„Die beste Testamentsgestaltung scheitert, wenn der Wert der Immobilie falsch angesetzt ist“, erklärt Katharina Heid. „Eine fundierte Immobilienbewertung hilft, die Aufteilung im Testament realistisch und fair zu gestalten.“
Frühzeitige Planung schafft Sicherheit
Ein Testament ist besonders dann sinnvoll, wenn eine Immobilie zum Nachlass gehört. Es sorgt dafür, dass der letzte Wille eindeutig dokumentiert ist und kann dazu beitragen, Konflikte innerhalb der Familie zu vermeiden.
Gerade in Städten mit vielen Eigentumswohnungen und Häusern wie Bremen lohnt es sich daher für Eigentümer, sich frühzeitig mit der Nachlassplanung auseinanderzusetzen.