Potsdam, 22.06.2026 (lifePR) – Mit dem Beschluss der Novelle der Brandenburgischen Bauordnung am 19. Juni 2026 hat der Landtag wichtige Weichen für schnelleres, einfacheres und kostengünstigeres Bauen gestellt. Die Brandenburgische Ingenieurkammer begrüßt insbesondere die stärkere Digitalisierung der Verfahren, verbindliche Fristen für Genehmigungsprozesse, Erleichterungen beim Bauen im Bestand sowie die Förderung serieller und modularer Bauweisen. Diese Maßnahmen können dazu beitragen, dringend benötigten Wohnraum schneller zu schaffen und Planungs- sowie Genehmigungsprozesse effizienter zu gestalten.
Gleichzeitig sieht die Kammer einzelne Regelungen kritisch. Beschleunigung darf nicht mit einem Abbau von Qualitätsstandards verwechselt werden. Bauwerksicherheit, Planungsqualität und Baukultur sind keine verzichtbaren Luxusgüter, sondern Voraussetzungen für dauerhaft funktionierende, nachhaltige und wirtschaftliche Gebäude. Bereits im Gesetzgebungsverfahren haben die Brandenburgische Ingenieurkammer, die Brandenburgische Architektenkammer und der Förderverein Baukultur Brandenburg darauf hingewiesen, dass bewährte fachliche Standards und das Vier-Augen-Prinzip bei sicherheitsrelevanten Nachweisen nicht geschwächt werden dürfen.
Besonders kritisch bewertet die Ingenieurkammer den Trend, Genehmigungshemmnisse allein durch Deregulierung lösen zu wollen. Die eigentlichen Engpässe liegen vielerorts in personell überlasteten Verwaltungen und fehlenden Kapazitäten bei Planung und Umsetzung. Dauerhaft schnelleres Bauen gelingt nur, wenn Verfahren vereinfacht und zugleich die fachlichen Ressourcen in den Kommunen gestärkt werden.
„Die Novelle enthält viele richtige Ansätze. Sie wird aber nur dann erfolgreich sein, wenn Beschleunigung, Sicherheit und Baukultur gemeinsam gedacht werden. Weniger Bürokratie darf nicht zu weniger Qualität führen“, erklärt die Brandenburgische Ingenieurkammer.
Die Kammer wird die Umsetzung der neuen Bauordnung weiterhin konstruktiv begleiten und sich dafür einsetzen, dass die Ziele bezahlbaren Wohnraums, einer leistungsfähigen Planungskultur und einer hohen Bauwerksqualität gleichermaßen erreicht werden.