(Erfurt/Weimar, 28.08.2026 (PresseBox) – Innovationsfestival am 2. und 3. September in der Weimarhalle erwartet deutlichen Zuwachs gegenüber der Premiere / Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt, Bundesbauministerium und Europäische Kommission am Start / Thüringer Staatspreis für Baukultur 2026 wird in Weimar verliehen / Schwerpunkte: gesellschaftliche Transformation, Neues Bauen, Künstliche Intelligenz und das umkämpfte Zuhause
Das Innovationsfestival NEW bauhaus wird am 2. und 3. September 2026 über 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Weimarhalle führen. Auf vier Bühnen erwartet die Besucher ein vielseitiges Programm mit mehr als 60 Beiträgen und Panels, in denen über 90 Akteure, Rednerinnen und Redner aus Bau- und Immobilienwirtschaft, Politik, Wissenschaft, Handwerk, Architektur, Planung und Kultur zusammenkommen. Teil des Festivals sind Präsentationen und Workshops in der Ausstellung, u.a. mit innovativen Bauprojekten, Prototypen, Baustoffen und Baurobotern. Die Anmeldezahlen liegen deutlich über dem Niveau des Vorjahreszeitraums – ein Signal dafür, dass sich das Format binnen kurzer Zeit als Ort der Verständigung über die Zukunft der Gesellschaft und des Bauens etabliert.
Getragen wird das wachsende Interesse von einer Besetzung, wie sie in diesem Jahr kaum ein zweites ranchentreffen in Deutschland aufweisen dürfte. Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt wird am ersten Festivaltag zur Bedeutung des Festivals für den Freistaat sprechen und anschließend mit dem Klimaforscher Prof. Hans Joachim Schellnhuber, Leiter des International Institute for Applied Systems, Laxenburg (IAAS) und Gründer des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung, sowie Timo Heil, CEO KUKA Systems EMEA, über die Gestaltung der Transformation unserer Gesellschaft diskutieren. Dr. Olaf Joachim, Staatssekretär im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen wird das Festival am 2. September, 10:30 Uhr, eröffnen. Das Bundesbauministerium wird sich darüber hinaus mit weiteren Fach- und Führungskräften an fünf Programmpunkten beteiligen; die Schirmherrschaft hat Bundesbauministerin Verena Hubertz übernommen. Am zweiten Tag wird in der Weimarhalle der Thüringer Staatspreis für Baukultur verliehen.
Mario Voigt, Ministerpräsident des Freistaats Thüringen erklärt:
„Das Bauhaus hat vor über 100 Jahren von Thüringen aus die Welt verändert. In Weimar kamen kluge Köpfe aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen und haben Gestaltung, Funktion und den Alltag der Menschen neu zusammengedacht. Genau daran knüpft NEW bauhaus an: Thüringen soll wieder eine Zukunftswerkstatt für das Bauen und Wohnen von morgen sein.
Dass das Festival bereits in seiner zweiten Ausgabe auf so große Resonanz stößt, zeigt, dass hier die richtigen Fragen gestellt werden. Thüringen hat als starker Baustandort beste Voraussetzungen, neue Lösungen zu entwickeln, regionale Wertschöpfung zu stärken und Innovation in die Praxis zu bringen. Als Landesregierung schaffen wir dafür die Bedingungen: mit schnelleren Verfahren, digitalem Bauantrag und gezielten Investitionen in neue Bauweisen und Materialien.
So kann von Weimar und Thüringen aus wieder Zukunft gebaut werden – innovativ, nachhaltig und praxistauglich. Denn die Geschichte des Bauhauses lehrt uns: Was heute noch kühn erscheint, kann morgen selbstverständlich sein.“
Programm
Das Programm wird entlang zweier Tagesmottos organisiert sein: „Neues Denken + Der Systemsprung“ am 2. September, „Neues Handeln + Neue Ordnung“ am 3. September. Auf der Hauptbühne AGORA werden die großen Debatten geführt, im Werk- und Denkraum finden die Praxis von Material und Konstruktion, im Raum „Horizont & Impuls“ Quartier, Recht und Ökonomie, ihr Zuhause. In der Ausstellung im Foyer und im Freigelände wird u.a. ein ganztägiges Materialstudio stattfinden.
Inhaltlich werden acht Schwerpunkte den Takt des Festivals vorgeben:
Die Systemfrage. Unter dem Titel „Das System ist das Problem“ wird Andreas Böhm (Gesellschafter der B&O Gruppe) fünf Thesen zur Zukunft des Bauens zur Diskussion stellen. Im „Trilog“ werden Dr. Tillmann Prinz (Bundesarchitektenkammer), Staatssekretär Dr. Olaf Joachim (BMWSB) und Ines M. Jauck (Präsidentin der Architektenkammer Thüringen) die Frage verhandeln, was künftig als geschuldete Beschaffenheit gelten soll.
Künstliche Intelligenz und Digitalisierung. Sascha Lobo wird unter „The State of AI vs. The State of Construction & Real Estate“ den Abstand zwischen digitalem Fortschritt und analoger Baustellenrealität ausmessen. Ergänzt wird der Beitrag von Panels zur Robotik in der Vorfertigung, BIM in der Praxis und ein Panel zur Frage, was es bedeutet, wenn die KI mit am Verhandlungstisch sitzt.
Materialwende. Das Panel „Pilze statt Zement, Holz statt Beton“ wird die Frage stellen, wie das Bauen vom Emittenten zum Speicher wird. Aus dem Forschungsprojekt ReBuilt werden Prof. Dr. Philipp Misselwitz (Bauhaus Erde) und Dr. Anne Holsten berichten. In einem Materialstudio werden Bakterien und Reststoffe als Baustoffe der Zukunft zu sehen sein.
Das umkämpfte Zuhause. Van Bo Le-Mentzel wird Wohnen nicht als Markt, sondern als Konflikt beschreiben. André Riemer vom Bundesbauministerium wird den Leitfaden zur Unterbringung wohnungsloser Menschen vorstellen. Ein weiteres Panel wird am 2. September fragen: „Wer entscheidet über dein Zuhause?“
Bestand und Serie. „Die Platte lebt“ wird den Weg vom Abriss zum Zukunftsmodell nachzeichnen. Beim „Transformationsbarometer Bauwirtschaft 2025/2026“ werden die Bundesstiftung Bauakademie, die Bundesingenieurkammer, der Zentralverband des Deutschen Handwerks und das Bundesbauministerium gemeinsam Bilanz ziehen. Unter „Neustart Baustelle“ werden Olaf Demuth (Präsident des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie) und Andrea Gebhard (Präsidentin der Bundesarchitektenkammer) aufeinandertreffen.
Räume jenseits der Metropolen. Ein Panel des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) wird unter „Big Tech oder die Neuordnung von Stadt und Land“ fragen, was Distanz künftig noch bedeutet. „It’s the Economy“ wird den Strukturwandel in Ostdeutschland zum Thema machen.
Baukultur als politische Handlungsebene. Reiner Nagel, Sprecher des NEW bauhaus-Präsidiums und Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, wird mit Prof. Dr. Engelbert Lütke Daldrup, Tim von Winning (Bürgermeister der Stadt Ulm) und Anouk Kuitenbrouwer (KCAP) diskutieren.
Gesellschaft und Widerspruch. Prof. Dr. Harald Welzer und Prof. Dr. Dr. E.h. Dr. h.c. Werner Sobek werden über „Die Zumutung der Zukunft“ sprechen, Julia Ruhs über die Frage, warum Zukunft Widerspruch braucht, Dr. Rainer Zitelmann darüber, wo Deutschland konsequenter handeln müsste.
„Wir haben das Programm bewusst nicht nach Branchenlogik sortiert, sondern nach Konfliktlinien. Wohnungslosigkeit steht neben Bauwirtschaft, Robotik neben Baukultur und Materialforschung. Wer die Transformation der gebauten Umwelt ernst nimmt, kann diese Felder nicht getrennt verhandeln. Dass Ministerpräsident, Bundesbauministerium und nun auch die Europäische Kommission nach Weimar kommen werden, zeigt: Diese Verbindung wird gebraucht“ unterstreicht Michael Kynast, Geschäftsführer der Messe Erfurt und im Auftrag der Thüringer Landesregierung Veranstalter des Innovationsfestivals NEW bauhaus.
Pernille Weiss-Ehler, Mitglied des Kabinetts von EU-Kommissarin Jessika Roswall und dort Expertin für Wasserresilienz und die New European Bauhaus-Initiative der EU-Kommission, wird am 3. September im Panel des Kontaktpunktes Neues Europäisches Bauhaus beim Bundesbauministerium mitdiskutieren. Thema wird die EU-Mission „100 klimaneutrale und intelligente Städte bis 2030“ sein. Aus der kommunalen und der Bundesperspektive werden Dr. Beate Ginzel, Leiterin des Referats Digitale Stadt, EU-Mission und Smart City der Stadt Leipzig, und Jan Schultheiß, Referent für europäische und internationale Stadt- und Raumentwicklungspolitik im Bundesbauministerium, dazustoßen.
Das Ressort von Kommissarin Roswall verantwortet Umwelt, Wasserresilienz und eine wettbewerbsfähige Kreislaufwirtschaft. Damit werden in Weimar Fragen des Materialkreislaufs, der Ressourcennutzung und der Regulierungsdichte unmittelbar neben die deutsche Debatte über Baukosten und Standards rücken. Für NEW bauhaus wird es die direkte Verbindung zwischen dem Gründungsort des Bauhauses und dem Neuen Europäischen Bauhaus der Europäischen Union sein.
Den Schlusspunkt des Festivals setzt eine Preisverleihung: Am 3. September wird der Thüringer Staatspreis für Baukultur 2026 in der Weimarhalle verliehen, übergeben vom Thüringer Minister für Digitales und Infrastruktur, Steffen Schütz. Ausgezeichnet werden zwischen 2021 und 2025 fertiggestellte Projekte – nicht als Leistung einer einzelnen Fachdisziplin, sondern als gemeinschaftliches Ergebnis von Planung, Bauherrschaft und Ausführung. Die Staatspreisverleihung bildet gleichzeitig den nahtlosen Übergang zum 3. Baukultur-Festival Thüringen der Stiftung Baukultur Thüringen. Das Festival findet am 4. und 5. September im Eiermannbau, einer Architekturikone und ein Denkmal der Architekturmodere und Industriebaukultur, in Apolda statt.
Das Festival wird nicht bei den Fachdebatten stehenbleiben. Der Kabarettist Nektarios Vlachopoulos wird die Veranstaltung eröffnen. Vier audiovisuelle Live-Performances der Reihe „K im K – Klang im Kino“ werden das Programm auf der AGORA unterbrechen. Am Abend des 2. September werden „Club trifft Bauhaus“ und die NEW bauhaus Night zum Netzwerken laden, um 21 Uhr wird eine Lasershow den Park der Weimarhalle bespielen. Unter „NEW bauhaus NEXT“ werden junge Architektinnen und rchitekten des AKJAA im BDA eigene Formate verantworten, ergänzt um Workshops zu Holzbau und Kreativwirtschaft.
„Die Umbrüche durch KI, Robotik und neue Materialien sind größer als vor hundert Jahren. Bau und Immobilie sind die größte Querschnittsbranche der Volkswirtschaft – sie schaffen die Räume, in denen wir wohnen, leben und arbeiten. Genau deshalb werden in Weimar nicht Projekte präsentiert, sondern Grundannahmen überprüft“ fasst Michael Rücker, Festivaldirektor NEW bauhaus, zusammen.
Weitere Informationen zum NEW bauhaus FESTIVAL am 2. und 3. September 2026 in Weimar finden Sie online auf www.new-bauhaus.de, Instagram, Facebook und LinkedIn.
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Über NEW bauhaus:
NEW bauhaus ist eine interdisziplinäre Plattform an der Schnittstelle von Bau, Immobilienwirtschaft, Architektur, Handwerk, Wissenschaft sowie Kunst, Kultur, Philosophie und Soziologie. Im Zentrum steht am 2. und 3. September in Weimar nicht das einzelne Projekt, sondern die grundlegende Frage, wie gebaut, geplant und genutzt wird – unter veränderten wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Das Format versteht sich als Arbeits- und Denkraum für die Transformation der gebauten Umwelt. Im Fokus stehen konkrete Herausforderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette: von Material und Konstruktion über Planung und Finanzierung bis hin zu Nutzung, Betrieb und gesellschaftlicher Wirkung. Dabei werden etablierte Logiken bewusst hinterfragt und neue Ansätze aus unterschiedlichen Disziplinen zusammengeführt.