Stabio, 29.09.2026 (PresseBox) – Spitze und stumpfe Winkel, Hohlquerschnitte mit zwei Kammern und definierte Kantenradien: Für die Station Saint-Denis Pleyel im Großraum Paris fertigte Montanstahl rund 150 Tonnen Sonderprofile aus S355J2. Die Zusammenarbeit mit dem Fassadenbauunternehmen Frener & Reifer zeigt, wie sich projektspezifische Querschnitte für anspruchsvolle Stahl-Glas-Fassaden industriell umsetzen lassen.
Die von Kengo Kuma & Associates entworfene Station Saint-Denis Pleyel gehört zum Grand Paris Express und wurde 2024 rechtzeitig zu den Olympischen und Paralympischen Spielen in Paris eröffnet. Der vorliegende Projektrückblick betrachtet die Herstellung der Stahlprofile und deren Beitrag zur Fassadengestaltung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie architektonische Vorgaben in eine herstellbare Profilgeometrie übersetzt werden.
Querschnitte für die Geometrie der Fassade
Zum Lieferumfang gehörten maßgefertigte Pfeilprofile mit spitzen und stumpfen Winkeln sowie Hohlprofile mit zwei Kammern. Diese unterschiedlichen Querschnitte verdeutlichen, warum die Profilgeometrie bereits in der Planung eine wesentliche Rolle spielt: Winkel, Kammern und Anschlussflächen bestimmen, wie ein Bauteil in den Fassadenaufbau integriert werden kann.
Die Sonderprofile kamen sowohl in tragenden als auch in gestalterischen Elementen zum Einsatz. Damit betraf die Fertigungsaufgabe nicht allein die äußeren Abmessungen. Auch die sichtbare Kontur und die Oberflächenqualität waren Teil der architektonischen Anforderungen.
S355J2 und zwei Laserschweißverfahren
Montanstahl setzte für die Profile den Baustahl S355J2 ein. Die Fertigung erfolgte mittels Laserschweißen und 3D-Laserschweißen. Die Kombination dieser Verfahren ermöglichte die Umsetzung der im Projekt dokumentierten Sondergeometrien.
Der Anwendungsfall macht die enge Verbindung zwischen Querschnitt und Fertigungsverfahren sichtbar. Bei einem projektspezifischen Profil müssen Geometrie, Schweißausführung und nachfolgende Bearbeitung gemeinsam betrachtet werden. Eine solche Abstimmung schafft die Grundlage dafür, dass die in der Planung festgelegten Details auch am gefertigten Bauteil vorhanden sind.
Scharfe Kanten als Ausgangspunkt
Die lasergeschweißten Architekturprofile von Montanstahl werden standardmäßig mit scharfen Kanten gefertigt. Diese Eigenschaft wird von Architekten besonders geschätzt, da sie klare Konturen und präzise Linien in sichtbaren Stahlkonstruktionen ermöglicht. Für Saint-Denis Pleyel wurden die Kanten anschließend aus Sicherheitsgründen auf einen Radius von 2 mm gefräst. Die gezielte Nachbearbeitung passte die ursprünglich scharfkantigen Profile an die Anforderungen des öffentlich zugänglichen Gebäudes an.
Zusammenarbeit und Projektinformationen
Frener & Reifer verantwortete im Auftrag von BESIX France die Außenfassaden des Bahnhofsgebäudes. Montanstahls Beitrag bestand in der Lieferung der Sonderprofile. Der Fall verdeutlicht die Bedeutung der Schnittstelle zwischen Architektur, Fassadenbau und Profilfertigung: Die Anforderungen des Gesamtsystems müssen in eindeutig beschriebene Bauteile und Fertigungsschritte überführt werden.
„Wer eine Fassade plant, gewinnt durch individuell gestaltbare Profilquerschnitte mehr Freiheit bei der Umsetzung architektonischer Ideen in konstruktive Details. Das Projekt Saint-Denis Pleyel zeigt, wie wichtig der Austausch zwischen Planern, Fassadenbauern und Profilherstellern ist, um diese Entwurfsentscheidungen technisch umzusetzen“, erklärt Giulia Zarrella, bei Montanstahl für den Vertrieb im Bereich Architekturanwendungen in Europa verantwortlich.
Projektbericht der Architektursparte von Montanstahl
Eine ausführliche Projektdarstellung mit Bildern ist auf architecturalsteelprofiles.com verfügbar. Die Website gehört zu Architectural Steel Profiles, dem auf Architekturprojekte spezialisierten Geschäftsbereich von Montanstahl. Sie bündelt Informationen zu Stahlprofilen für Fassaden und architektonische Anwendungen sowie Referenzprojekte des Unternehmens.
Projektbericht Saint-Denis Pleyel auf der Website der Montanstahl Architektursparte