Kiel, 02.11.2026 (lifePR) – Genau 89 Tage dauert der kalendarische Winter. Dennoch gehen weder die Sonne noch die Solaranlage auf dem Dach in den Winterschlaf.
Jan Juraschek vom Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks Schleswig-Holstein erklärt: „Moderne PV-Module benötigen weder eine direkte Sonneneinstrahlung noch müssen sie genau nach Süden ausgerichtet sein“. Deshalb ist auch im Winter eine Stromerzeugung per Sonnenkraft möglich – und auch die Heizungsunterstützung über Solarthermie läuft weiter.
Auch diffuses Licht erzeugt Energie
Natürlich ist die Energiegewinnung bei direkter Sonneneinstrahlung am effektivsten. Doch auch bei indirekter Sonneneinstrahlung – also diffusem Licht – laufen die Stromerzeugung bei PV-Anlagen bzw. die Wärmeproduktion bei Solarthermieanlagen weiter. Maßgeblich ist die Globalstrahlung. Das ist die gesamte Sonneneinstrahlung aus Direktstrahlung und Diffusstrahlung, die auf die Erdoberfläche trifft. Diese Globalstrahlung wird vom Deutschen Wetterdienst DWD gemessen und die Werte regelmäßig veröffentlicht.
Im Winterhalbjahr ein Drittel der Sonnenkraft
Die Globalstrahlung beträgt im Winterhalbjahr immer noch respektable 30 – 35 % der sommerlichen Sonneneinstrahlung. Modernen Solaranlagen genügt auch diese reduzierte Einstrahlung, um Energie zu produzieren. Und das übrigens selbst bei leicht schneebedeckten Modulen. Zudem tritt ein weiterer positiver Effekt ein: Der optimale Wirkungsgrad von PV-Modulen liegt bei unter 25o C.
Speicher ist entscheidend
Gerade in den Wintermonaten ist es wichtig, den erzeugten Strom und die per Sonnenlicht gewonnene Wärme zu speichern, um sie rund um die Uhr abrufen zu können. Ein entsprechend der PV-Anlage berechneter und dimensionierter Batteriespeicher bzw. ein perfekt ausgelegter Wasserspeicher bei Solarthermieanlagen ermöglichen die effektive Nutzung der Sonnenkraft – auch im Winter. Ein weiterer Vorteil bei PV-Anlagen: Je weniger Strom ins Netz eingespeist, sondern selbst genutzt wird, desto geringer fallen die nach dem Erneuerbaren Energiegesetz EEG 2027 geplanten Netzentgelte aus.
Keine Schneeräumung der Solarmodule nötig
Dringend rät der Kieler Dachexperte Juraschek davon ab, die Solarmodule im Winter in Eigenregie vom Schnee zu befreien. „Durch die glatte Oberfläche rutscht der Schnee meist schnell von selbst ab“, so Juraschek. „Und sollte durch extrem hohes Schneeaufkommen eine Schneeräumung von Dachbereichen erforderlich werden, sollte dies den Fachleuten des Dachdeckerhandwerks überlassen werden, die alle erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen dazu treffen“.
Grundvoraussetzung für eine „funktionierende“ Sonnenkraftnutzung ist nach Jan Jurascheks Rat auf jeden Fall die fachgerechte Planung und Montage der Solaranlagen. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung der beteiligten Gewerke sichert dies. Zudem darf nach geltender Rechtsprechung eine Solaranlage nur von Betrieben mit entsprechender Eintragung in die Handwerksrolle ausgeführt werden.
Bei der Suche nach solarerfahrenen Fachbetrieben hilft die regionale Dachdecker-Innung ebenso wie der Klick in die Betriebssuche auf www.dachdecker-sh.de