Pfaffenhausen, 31.08.2026 (PresseBox) – Gewerbegebiete gelten selten als Orte ambitionierter Architektur. Doch es gibt Ausnahmen: Direkt an der Bundesstraße B2 auf Höhe Gersthofen, etwas nördlich des Autobahnkreuzes Augsburg-West an der A8, fällt ein monolithischer Bau in drei Schwarztönen ins Auge. Er entstand zwischen Mai 2024 und November 2025.

Seine Dimensionen entsprechen denen der zahlreichen Industrie- und Gewerbebauten im Gersthofener Gewerbegebiet. Seine Gestaltung lässt jedoch einen Anspruch erkennen, der weit über das rein Funktionale hinausgeht.

Geplant wurde das Gebäude von Jakob-Architekten. Die Realisierung übernahm die Stadler GmbH als Generalunternehmer.

Neue Modula-Zentrale vereint Showroom, Lager und Büroflächen

Bei dem Gebäude handelt es sich um die neue Zentrale der Modula GmbH Deutschland. Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft der italienischen Modula S.p.A., die Lösungen für die Lagerautomatisierung in unterschiedlichen Branchen und für Unternehmen verschiedener Größen entwickelt und fertigt.

Das Produktportfolio umfasst automatische vertikale und horizontale Lagersysteme, Picking-Lösungen für die Kommissionierung, Warehouse-Management-Software sowie die Integration von Robotersystemen.

Der Neubau besteht aus einem Hallenbereich mit Lager und Showroom. An der Ostseite erstreckt sich ein Bürotrakt über drei Etagen. Das gesamte Gebäude bedeckt eine Grundfläche von 65 mal 32 Metern und erreicht eine Höhe von 14,6 Metern.

Die Ostfassade wird durch großflächige, nahezu rahmenlose Glasflächen geprägt. Diese sind als Pfosten-Riegel-Konstruktion im Structural-Glazing-System, kurz SG-Fassade, ausgeführt.

Die übrigen Gebäudeseiten erhalten ihren besonderen Charakter durch eine markante und zugleich dezente Paneelfassade im Farbton RAL 9005. Abwechselnde Oberflächen in Schwarz matt, Schwarz seidenmatt und Schwarz mit Diamantstruktur sorgen dafür, dass sich das Sonnenlicht je nach Tageszeit und Wetter unterschiedlich in der Fassade spiegelt.

Energieeffizienter Industriebau mit Wärmepumpen und Photovoltaik

An das zweite Obergeschoss des Bürotrakts grenzt eine Technikebene an. Dort befinden sich die Lüftungstechnik und zwei Luft-Luft-Wärmepumpen, die das gesamte Gebäude beheizen. Dank ihrer Umschaltbarkeit im Changeover-Betrieb können sie den Bürobereich im Sommer auch kühlen.

In der Halle wird die Wärme über eine Betonkernaktivierung verteilt, während im Büro Klimakassetten zum Einsatz kommen. Zusätzlich wird das gesamte Bürogebäude durch eine zentrale Lüftungsanlage be- und entlüftet.

Die sehr gute Dämmung unterstützt ganzjährig angenehme Raumtemperaturen und trägt dazu bei, dass das Gebäude den Niedrigenergiestandard erfüllt.

Um negative Umwelteinflüsse möglichst gering zu halten, wird ein Teil der benötigten elektrischen Energie durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt. Energiesparende LED-Beleuchtung im Innen- und Außenbereich unterstützt dieses Ziel zusätzlich. Eine dezentrale Warmwasserbereitung reduziert außerdem das Risiko einer Legionellenbildung.

Die innere Struktur des Bauwerks wird von besonders filigranen Stahlstützen geprägt. Auf ihnen ruht ein Hallentragwerk aus Stahlfachwerkbindern. Mit einer Spannweite von 32 Metern überspannen die Binder die gesamte Hallenbreite. Dadurch kommt der Innenraum ohne zusätzliche Stützen aus und gewinnt an Transparenz und Leichtigkeit. Den oberen Abschluss bildet ein leicht geneigtes Foliendach.

Architektur der Modula-Zentrale folgt einem konsequenten Gestaltungsraster

Das von Jakob-Architekten entworfene Gebäude übersetzt die funktionale Klarheit und technologische Raffinesse des Unternehmens Modula in eine prägnante architektonische Formensprache.

Die Gestaltung des Bürotrakts folgt konsequent einem Grundraster von einem mal einem Meter. Dieses Raster zieht sich durch zahlreiche Bereiche des Gebäudes: von den unterschiedlich strukturierten Paneelen der Fassade über die Bandrasterdecke bis zu den großformatigen Signature-Bodenfliesen. Die speziell für Modula gefertigten Fliesen messen einen mal drei Meter und greifen damit das übergeordnete Gestaltungsprinzip auf.

Generalunternehmer schafft Sicherheit bei Kosten, Terminen und Bauabläufen

Ein häufig unterschätzter Faktor bei anspruchsvollen Bauprojekten ist die Koordination und Überwachung der zahlreichen Vorgänge, Unternehmen und Ansprechpartner auf und rund um eine Baustelle. Fehlt eine zentrale Steuerung, können Abstimmungsprobleme schnell zu Verzögerungen und Kostensteigerungen führen.

Die Verantwortlichen bei Modula entschieden sich deshalb für die Zusammenarbeit mit einem Generalunternehmer, der die gesamte Umsetzung des Bauprojekts koordiniert und verantwortet.

Für den Bauherrn bietet die Vergabe an einen Generalunternehmer wesentliche Vorteile:

[*]ein Vertragspartner und damit klar definierte Verantwortlichkeiten
[*]ein zentraler Ansprechpartner für Fragen und Probleme
[*]eine gebündelte Steuerung aller Abläufe
[*]eine übergreifende Koordination der beteiligten Gewerke
[*]ein verbindlich festgelegter zeitlicher Rahmen
[*]ein möglichst reibungsloser Projektverlauf

Entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung einer Planung im vorgesehenen Zeit- und Kostenrahmen sind klare Verantwortlichkeiten sowie die fachliche Expertise und Erfahrung aus vergleichbaren Projekten.

Diese Kombination schafft ein hohes Maß an Sicherheit. Probleme können frühzeitig erkannt, Risiken realistisch eingeplant und Verzögerungen oder Kostensteigerungen möglichst vermieden werden.

Die Wahl fiel auf die Stadler GmbH. Das Unternehmen hat in dieser Rolle bereits zahlreiche Industriebauten realisiert und schlüsselfertig übergeben – von Produktionsgebäuden für Käsereien bis zu modernen Logistikzentren.

Schlüsselfertiger Industriebau: Die Leistungen von Stadler als Generalunternehmer

Nach Abschluss der Entwurfs- und Werkplanung durch Jakob-Architekten verantwortete Stadler die weiteren Schritte bis zur schlüsselfertigen Übergabe des Bauwerks an den Bauherrn.

Damit übernahm Stadler auch die Verantwortung dafür, den festgelegten Zeitplan einzuhalten und das veranschlagte Budget nicht zu überschreiten.

Ausführungsplanung, Bauleitung und Koordination aus einer Hand

Zu den wichtigsten Aufgaben von Stadler beim Bauvorhaben Modula gehörten:

– Ausführungsplanung: Planung aller am Bau beteiligten Gewerke in enger Abstimmung mit Jakob-Architekten
– Ausschreibung und Vergabe: Ausschreibung der erforderlichen Bauleistungen und Vergabe an geeignete Nachunternehmer
– Bauleitung und Koordination: Fachgerechte Leitung der Baustelle sowie zeitliche und technische Abstimmung aller beteiligten Gewerke
– Ausführung eigener Gewerke: Montage der Sandwichpaneel-Fassaden, Installation der Toranlagen und Ausführung der Lüftungstechnik durch Stadler
– Bauüberwachung: Kontrolle und Abnahme der einzelnen Bauleistungen
– Gesamtabnahme: Abschließende Abnahme des fertiggestellten Bauwerks

Als letzte Aufgabe erfolgte im November 2025 die schlüsselfertige Übergabe an den Bauherrn. Sie fand im Rahmen eines kleinen Festakts statt.