Bonn, 25.02.2026 (lifePR) – „Wildpflanzen retten: Vielfalt erhalten, Klima schützen“ (WiVi-Klima) – so lautet der Titel eines neuen Vorhabens, das im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) des Bundesumweltministeriums (BMUKN) gefördert wird. Mit dem Förderprojekt, das von fünf verschiedenen Botanischen Gärten in Deutschland durchgeführt wird, soll die Wildpflanzenvielfalt als Grundlage von natürlichen Lebensräumen in Zeiten des Klimawandels gesichert werden. Beteiligt sind derzeit die Botanischen Gärten in Berlin, Mainz, Osnabrück, Potsdam und Regensburg. Dieser bundesweite Verbund wird vom Verband Botanischer Gärten e. V. begleitet.

Sabine Riewenherm, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN): „Das Verbundprojekt der Botanischen Gärten ist von großer Bedeutung für den Schutz der Biodiversität. Denn artenreiche und genetisch vielfältige Pflanzenbestände erfüllen zentrale Funktionen für den natürlichen Klimaschutz: Sie stabilisieren Ökosysteme, fördern die Speicherung von Kohlenstoff, regulieren Wasser- und Nährstoffhaushalte und erhöhen die Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel. Der fortschreitende Rückgang seltener und gefährdeter Wildpflanzen schwächt diese Leistungen, die die Natur erbringt, zunehmend. WiVi-Klima setzt hier an und stärkt gezielt jene Pflanzenarten, die für funktionierende natürliche Lebensräume und ihre Klimafunktionen unverzichtbar sind.“

Das Projekt „WiVi-Klima“ verbindet deshalb Maßnahmen zur Erhaltung der Vielfalt von Pflanzenarten vor Ort (in situ) mit Maßnahmen außerhalb des natürlichen Lebensraums (ex situ). Dazu zählen die Sammlung und langfristige Sicherung von Wildpflanzensaatgut mit seiner genetischen Vielfalt in Saatgutbanken, die Anzucht und Vermehrung gefährdeter Arten sowie deren gezielte Wiederansiedlung in der Natur. Ergänzt werden diese Ansätze durch Erfolgskontrollen, moderne Dateninfrastrukturen sowie Fortbildungs- und Dialogangebote.

Die Projektpartner – derzeit fünf Botanische Gärten – bauen auf den Erfahrungen und Infrastrukturen des Vorgängerprojekts „Wildpflanzenschutz Deutschland“ (WIPs-De) auf, das aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt im Bundesnaturschutzfonds mit Mitteln des Bundesumweltministeriums (BMUKN) gefördert wurde.

Das neu gestartete Vorhaben „WiVi-Klima“ entwickelt konkrete Handlungsempfehlungen für den botanischen Artenschutz, übergreifend und bedarfsorientiert, in Abstimmung mit den Fachbehörden der Länder sowie mit im Naturschutz aktiven Gruppen und Einzelpersonen. Diese Empfehlungen können zugleich als fachliche Grundlage zur Entwicklung von Wiederherstellungsmaßnahmen im botanischen Artenschutz herangezogen werden. Best-Practice-Beispiele aus verschiedenen Regionen zeigen, was bereits möglich ist. Im Projektverlauf werden für die Erweiterung des Netzwerks weitere potenzielle Partner*innen und Akteur*innen gesucht. Das fachpolitische Ziel ist die bundesweite, dauerhafte Umsetzung des Konzepts durch Bund und Länder.

Die Förderung des Projektes erfolgt im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) durch das BfN mit Mitteln des BMUKN mit einem Gesamtvolumen von rund 2,9 Millionen Euro, verteilt auf drei Jahre.

WiVi-Klima schafft außerdem die fachlichen und organisatorischen Grundlagen für ein dauerhaftes bundesweites Kompetenznetzwerk Botanischer Artenschutz, welches ab 2029 von Bund und Ländern finanziert werden soll. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur Sicherung der biologischen Vielfalt, stärkt Wildpflanzen als zentrale Grundlage für natürlichen Klimaschutz und unterstützt die Durchführung der EU-Wiederherstellungsverordnung, insbesondere mit Blick auf die Wiederherstellung funktionsfähiger Lebensräume.

Hintergrund

Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz

Das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz der Bundesregierung unterstützt Maßnahmen, die Klimaschutz mit der Schaffung und Stärkung vielfältiger Ökosysteme verbinden. Wälder und Auen, Böden und Moore, Meere und Gewässer wie auch naturnahe Grünflächen in besiedelten Gebieten binden Kohlenstoff aus der Atmosphäre und speichern es langfristig. Sie wirken zudem als Puffer gegen Folgen der Klimakrise, indem sie Starkregen und Hochwasser aufnehmen und bei Hitze für Abkühlung sorgen. Zugleich erhalten sie unsere Lebensgrundlagen, bieten wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen, speichern Wasser und sind Rückzugsorte für Menschen. Für die Weiterentwicklung des Aktionsprogramms natürlicher Klimaschutz hat Bundesumweltminister Carsten Schneider am 29. September 2025 einen Vorschlag für den Beitrag der Natur zum Klimaschutz vorgelegt. Das Paket enthält 41 Maßnahmen, mit denen das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz in die zweite Phase der Umsetzung gehen soll. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Wäldern, Mooren und Böden.

Bundesprogramm Biologische Vielfalt

Die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) wird seit 2011 durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt. Gefördert werden Vorhaben, denen im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung zukommt oder die diese Strategie in besonders beispielhafter Weise umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und mittel- bis langfristig in einen positiven Trend umzukehren. Sie dienen dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung sowie der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über die rechtlich geforderten Standards hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Information und Kommunikation tragen dazu bei, das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt zu stärken.

Weiterführende Informationen

Projekt WIPs.De: https://www.wildpflanzenschutz.de/

Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz: https://www.bfn.de/thema/aktionsprogramm-natuerlicher-klimaschutz

https://www.bundesumweltministerium.de/…