München, 26.02.2026 (lifePR) – Ob Baugrundstück am Stadtrand, Altbau in Schwabing oder Nachverdichtung im Münchner Umland – häufig steckt der größte Teil des Immobilienwerts im Boden. Während Gebäude altern, bleibt das Grundstück der stabile, oft steigende Wertfaktor. Gerade in München, wo Bauland knapp ist und Preisunterschiede zwischen Stadtteilen erheblich sind, entscheidet der Bodenwert nicht selten über Finanzierung, Steuerlast und Verkaufsstrategie.

Was der Bodenwert wirklich aussagt

Der Bodenwert beschreibt den Wert eines Grundstücks ohne Bebauung. Selbst wenn sich auf dem Grundstück ein Gebäude befindet, wird im Rahmen einer Wertermittlung der sogenannte „reine Bodenwert“ separat betrachtet.

„In München sehen wir häufig, dass bei älteren Bestandsobjekten der Bodenanteil den Gebäudewert deutlich übersteigt“, erklärt André Heid, Geschäftsführer der Heid Immobilienbewertung. „Wer den Boden falsch einschätzt, kalkuliert am Markt vorbei.“

Wichtig ist die Abgrenzung:

• Der Bodenrichtwert ist ein durchschnittlicher Quadratmeterwert innerhalb einer festgelegten Zone.
• Der Bodenwert bezieht sich auf das konkrete Grundstück.
• Der Grundstückswert umfasst Boden plus Gebäude und Außenanlagen.

Gerade in gefragten Lagen wie Bogenhausen, Neuhausen oder dem Glockenbachviertel können kleine Lageunterschiede große Wertunterschiede bedeuten.

Bodenrichtwert: Orientierung, aber keine Garantie

Bodenrichtwerte werden vom Gutachterausschuss auf Basis realer Kaufpreise ermittelt. Sie gelten als erste Orientierung und beziehen sich auf ein typisiertes Grundstück mit definierten Eigenschaften.

Die vereinfachte Berechnung lautet:

Bodenrichtwert × Grundstücksfläche = rechnerischer Bodenwert

Beispiel:Liegt der Bodenrichtwert bei 613 Euro pro Quadratmeter und beträgt die Grundstücksfläche 200 Quadratmeter, ergibt sich ein rechnerischer Wert von:

613 × 200 = 122.600 Euro

Doch dieser Wert ist nur ein Ausgangspunkt. Er bildet Durchschnittsverhältnisse ab – nicht die individuelle Situation vor Ort.

Warum jedes Grundstück individuell betrachtet werden muss

In der Praxis spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle, die den rechnerischen Wert nach oben oder unten korrigieren:

• Zuschnitt und Größe
• Erschließungszustand
• Topografie
• Baurechtliche Ausnutzbarkeit
• Altlasten oder Bodenbeschaffenheit
• Bestehende Rechte und Belastungen

Gerade in München kann etwa die mögliche Geschossflächenzahl oder eine Nachverdichtungsmöglichkeit den Bodenwert sehr beeinflussen. Umgekehrt können Lärm, ungünstige Grundstücksformen oder rechtliche Einschränkungen deutliche Abschläge rechtfertigen.

Das Vergleichswertverfahren

Deutlich präziser wird die Wertermittlung, wenn reale Vergleichskäufe herangezogen werden. Das sogenannte Vergleichswertverfahren basiert auf tatsächlich erzielten Kaufpreisen ähnlicher Grundstücke.

„In einem dynamischen Markt wie München reagieren Bodenrichtwerte nicht immer sofort auf aktuelle Entwicklungen. Sie werden stichtagsbezogen ermittelt und veröffentlicht – daher kann der Markt zwischen den Stichtagen bereits weitergelaufen sein. Vergleichsdaten geben häufig ein realitätsnäheres Bild“, so Heid.

Voraussetzung ist jedoch eine belastbare Datenbasis – insbesondere in heterogenen Lagen.

Warum der Bodenwert strategisch wichtig ist

Der Bodenwert ist kein isolierter Kennwert, sondern ein zentraler Bestandteil der Wertermittlung und spielt eine zentrale Rolle bei:

• Kauf- und Verkaufsentscheidungen
• Erbschaften und Schenkungen
• steuerlichen Bewertungen
• gerichtlichen Verfahren
• Projektentwicklungen

Gerade bei älteren Gebäuden oder Objekten mit Sanierungsbedarf ist der Boden häufig der dominierende Wertbestandteil. Wer in München investiert oder veräußert, sollte daher nicht allein auf Durchschnittswerte vertrauen, sondern die konkrete bauliche und rechtliche Situation prüfen lassen.

Fazit

In München ist der Boden mehr als nur Baugrund – er ist der zentrale Werttreiber. Eine marktgerechte Einschätzung berücksichtigt nicht nur den Richtwert, sondern Lage, Baurecht und reale Vergleichsdaten. Erst das Zusammenspiel dieser Faktoren ergibt ein belastbares Bild.