Koblenz-Rauental, 26.10.2026 (lifePR) – Die Herausforderungen sind bekannt – nun müssen konkrete Verbesserungen für die Betriebe folgen. Diese Botschaft stand im Mittelpunkt des Gesprächs zwischen dem Unternehmerverband Handwerk Rheinland-Pfalz (UVH) und der SPD-Landtagsfraktion am Mittwoch, 21. Oktober 2026. Mit der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Anna Köbberling und weiteren Vertreterinnen der Fraktion diskutierte der UVH über die wirtschaftliche Lage, Bürokratieabbau, öffentliche Investitionen, berufliche Bildung sowie Tariftreue und Verpackungsvorgaben.
UVH-Vorsitzender und Landesinnungsmeister des Dachdeckerhandwerks RLP, Johannes Lauer, betonte: „Unsere Handwerksbetriebe sichern Beschäftigung, bilden aus und gewährleisten die Versorgung vor Ort. Gleichzeitig stehen sie durch eine verhaltene Nachfrage, hohe Kosten, fehlende Fachkräfte und umfangreiche bürokratische Anforderungen unter Druck“. Lauer betonte: „Wir brauchen bessere politische Rahmenbedingungen, die unternehmerisches Handeln erleichtern und wieder Vertrauen in Investitionen schaffen. Entscheidend ist, dass die Betriebe die angekündigten Verbesserungen nun auch in ihrem Alltag spüren.“
UVH-Geschäftsführer Andreas Unger, der auch Geschäftsführer des Landesinnungsverbands des Dachdeckerhandwerks RLP ist, konkretisierte die Erwartungen an die Landesregierung: „Beim Bürokratieabbau – insbesondere im Bereich der Berichts- und Dokumentationspflichten – müssen Verfahren tatsächlich einfacher werden und neue Belastungen konsequent vermieden werden. Die Mittel aus dem Infrastruktur-Sondervermögen müssen zügig in umsetzbare Projekte und konkrete Aufträge vor Ort fließen“. Unger forderte weiter: „Ebenso brauchen Berufsschulen, überbetriebliche Ausbildungsstätten und die berufliche Qualifizierung eine kontinuierliche und verlässliche Förderung. Die Aufgaben liegen auf dem Tisch – jetzt brauchen wir klare Verantwortlichkeiten, verbindliche Zeitpläne und eine konsequente Umsetzung.“
Zur geplanten Weiterentwicklung des Landestariftreuegesetzes erklärte Thomas Weiler, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Rheinland-Pfalz: "Bei Fragen der Tarifbindung und der Entgelte sind in erster Linie die Tarifvertragsparteien und nicht die Politik gefordert. Sonderregelungen in jedem Bundesland werden die öffentliche Beschaffung verteuern, verlangsamen und zusätzliche Bürokratie auslösen statt abbauen. Nicht nur bei den Unternehmen, auch bei den Vergabestellen. Das wäre zum aktuellen Zeitpunkt das falsche Signal an die Wirtschaft. Sollte es dennoch zu einer Neufassung des LTTG kommen, muss der Nachweis der Tarifbindung für organisierte Unternehmen einfach und unbürokratisch möglich sein. Gleichzeitig muss die öffentliche Hand zu einer echten Überprüfung verpflichtet bleiben."
Für eine praxistaugliche Umsetzung der Verpackungsvorgaben sprach sich Henning Funke, Geschäftsführer des Bäckerinnungsverbands WEST, aus: „Gerade kleine Bäckereien müssen die Anforderungen im betrieblichen Alltag bewältigen können. Ihre Möglichkeiten müssen bei der Ausgestaltung und Anwendung der Vorgaben stärker berücksichtigt werden. Viele Betriebe stehen vor einer Übergabe. Für junge Menschen zählt dabei neben der wirtschaftlichen Perspektive auch, wie viel Bürokratie sie als künftige Unternehmer erwartet.
Zusätzliche Belastungen können die Entscheidung gegen eine Übernahme beeinflussen – mit Folgen für Arbeitsplätze, Ausbildung und die Versorgung vor Ort.“
Sowohl der UVH also auch die SPD-Fraktion setzen auf einen fortlaufenden Dialog, der konkrete Fortschritte für Betriebe und Beschäftigte ermöglicht.
Foto (v. li. n. re.): Max Engelhardt, Johannes Lauer, Michael Braun, Marlene Gottwald, Andreas Unger,Anna Köbberling, Lena Werner, Thomas Weiler, Andreas Müller, Henning Funke, Claus Becker