München, 01.10.2026 (lifePR) – Mario Kunzendorf, Landesinnungsmeister des Bayerischen Dachdeckerhandwerks, hat ein Heizungsproblem. Besser gesagt: Er hat ein Problem mit einem „Fach-Tipp“, der gerade kursiert. Dabei geht es um die Empfehlung, nur in eine neue Heizung statt in die Gebäudedämmung zu investieren.

Das Haus soll beheizt werden – und nicht die Umwelt

„Das käme dem Ratschlag gleich, sich für den Winter eine stärkere Heizung anzuschaffen anstatt einfach mal die vom Sommer noch offenstehenden Fenster zu schließen", wundert sich der zertifizierte Energieberater. Weitaus logischer und sinnvoller sei es doch, die Gebäudehülle aus Dach und Wand zuerst gegen Wärmeverluste zu schützen und danach die wirklich notwendige Heizleistung zu ermitteln.

Kunzendorf macht dies an einem Vergleich deutlich: Bei einem Gebäude der Energieeffizienzklasse D, wie sie Standard ist bei vielen Ende der 1990er Jahre errichteten Häuser, ist der Energiebedarf mehr als doppelt so hoch wie bei der Effizienzklasse A. Und das treibt bei nicht energetisch sanierten Gebäuden auch bei Einsatz einer modernen Wärmepumpe die CO2-Bilanz nach oben.

Heizenergiebedarf mit fachgerechter Dämmung halbieren

„Unabhängig vom Energieträger – also technologieoffen – bleiben nach dem Einbau einer neuen Heizung in ein Haus ohne energetisch optimierte Gebäudehülle die Energiekosten höher als in einem gut gedämmten Gebäude“, sagt der Landesinnungsmeister. Nicht zu vernachlässigen ist zudem die Tatsache, dass nur eine energetisch gute Gebäudehülle auch ein optimierter Hitzeschutz im Sommer ist. „Und das ganz von selbst. Jede technische Anlage dagegen verbraucht eben Energie, egal ob sie heizt oder kühlt", stellt Kunzendorf fest.

PV-Anlage erst nach Prüfung des Daches planen

Wird zum Einbau einer Wärmepumpe in Kombination mit einer PV-Dach-Anlage geraten, ist doppelte Vorsicht geboten. „Seriöse Anbieter lassen vor der Montage einer PV-Anlage zunächst das Dach als wesentlichen Bestandteil der Gebäudehülle auf Eignung und möglichen Nachrüstbedarf prüfen“, sagt Kunzendorf.

Optimierung der Gebäudehülle ist eine einmalige Investition in ein dauerhaft angenehmes Wohnklima

Kunzendorf empfiehlt daher, zunächst in eine förderfähige Optimierung der Gebäudehülle – so etwa durch vorgehängte hinterlüftete Fassadensysteme – und eine fachgerecht ausgeführte Dachdämmung beispielsweise mit einer Aufdachdämmung zu investieren. Das reduziert schon bei bestehenden Heizanlagen den Energiebedarf deutlich. Und soll dann eines Tages eine neue Heizung unumgänglich werden, kann diese deutlich kleiner und kostengünstiger dimensioniert werden als die zu ersetzende Anlage. Denn eine vorher energetisch sanierte Gebäudehülle erfordert weniger Energieeinsatz für die Beheizung und reduziert so den CO2-Ausstoß.

Nicht vergessen werden darf, dass jede technische Anlage – also auch Wärmepumpen – laufende Kosten für Betrieb und Wartung verursachen. Und das bei begrenzter Lebensdauer und zu erwartenden steigenden Stromkosten. „Eine energetisch optimierte Gebäudehülle garantiert dagegen 365 Tage im Jahr ein angenehmes Wohnklima ohne Folgekosten“, fasst Kunzendorf zusammen. „Und selbst bei Stromnetzüberlastung wird die Leistung der Gebäudehülle nie gedrosselt,“ so Kunzendorf mit einem Augenzwinkern.

Mehr Informationen: www.dachdecker.bayern