Bietigheim-Bissingen, 07.11.2026 (PresseBox) – Ob sich eine Modulreinigung lohnt, muss nach Einschätzung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) im Einzelfall bewertet werden. Das Freiburger Institut hat seine Sammlung „Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland“ am 20. August 2026 aktualisiert und beantwortet darin auch die Frage, ob Photovoltaik-Module verschmutzen. Die Antwort lautet Ja, doch in vielen Fällen bleiben die Ertragseinbußen über die Betriebsdauer überschaubar. Wie Druck und Wassermenge beim Hochdruckreiniger zusammenwirken, erklärt der Ratgeber zum Zusammenspiel von Wasserdruck und Wassermenge des Fachportals der Provimedia GmbH aus Bietigheim-Bissingen.

Für Hausbesitzer mit Solaranlage und Hochdruckreiniger liegt die Frage im November 2026 nahe, denn das Fraunhofer ISE zählt Laubabwurf ausdrücklich zu den Ursachen problematischer Ablagerungen. Die Solar Fabrik GmbH rät in ihrer Montageanleitung mit Stand August 2026 von Hochdruckreinigern und scharfen Reinigern ab. Nach einer Auswertung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) von 2016 untersagten viele Modulhersteller Hochdruck, andere schrieben einen Mindestabstand oder einen Höchstdruck vor. Forscher des Fraunhofer-Centers für Silizium-Photovoltaik (CSP) warnten 2023 zudem, dass viele marktübliche Reiniger für Solarmodule die Antireflexschicht angreifen. Diese hauchdünne Beschichtung verringert Lichtreflexe auf dem Glas.

Zwei Zahlen vom September 2026 zeigen, wie viel Solarstrom Deutschland erzeugt und wie viel Photovoltaik-Leistung installiert ist

Solaranlagen in Deutschland haben bis zum 27. September 2026 bereits 90,2 Terawattstunden Strom erzeugt, mehr als im gesamten Jahr 2025. Das hat der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) am 28. September 2026 gemeldet und sich dabei auf die Energy-Charts gestützt, die Datenplattform des Fraunhofer ISE. Ende September 2026 waren nach Angaben des BSW-Solar Solarstromanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 130 Gigawattpeak in Betrieb, gemessen als Nennleistung der Module. Neue Anlagen entstehen laut dem Verband auf Eigenheimen, Mehrfamilienhäusern und Gewerbedächern sowie auf Freiflächen.

„Wer eine Solaranlage auf dem Dach und einen Hochdruckreiniger in der Garage hat, sieht im Herbst schnell eine naheliegende Kombination. Viele Herstellerangaben sprechen dagegen, und ich halte es für klüger, zuerst die Modulkanten anzusehen und erst dann über Wasser, Bürste oder einen Fachbetrieb zu entscheiden. Nicht jeder Schmutzrand ist gleich ein Ertragsproblem“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Woher der Schmutz auf Solarmodulen stammt und wo er sich sammelt

Problematische Ablagerungen auf Solarmodulen stammen nach den Fakten des Fraunhofer ISE vom 20. August 2026 aus lokalen Quellen wie Laubabwurf, Vogelkot, Baustellenstaub, Staub aus der Landwirtschaft und Ruß aus nahen Schornsteinen. Hinzu kommen regionale Effekte wie Pollenflug und überregionale Ereignisse wie Saharastaub. Intensiver Regen reinigt die Module nach Einschätzung des Instituts größtenteils wieder. Über die Jahre nehmen Verschmutzung und Ertragsverluste allerdings zu, besonders in Regionen, die wegen der Klimakrise zunehmend unter langen, regenarmen Phasen leiden.

Besonders betroffen sind laut Fraunhofer ISE Module mit sehr flacher Neigung unter 15 Grad. Besonders stark verschmutzen oft die untere Kante und vor allem die unteren Ecken. Weil die Solarzellen in Reihe verschaltet sind, können stark verschmutzte Teilflächen erheblich größere Ertragseinbußen verursachen, als es ihrem Anteil an der Fläche entspricht. Einen festen Reinigungsrhythmus nennt das Institut in seiner Fassung vom 20. August 2026 nicht, denn ob, wann und wie oft sich eine Reinigung lohnt, hängt nach seiner Darstellung von einer Vielzahl von Einflussfaktoren ab.

Warum viele Modulhersteller von Hochdruck und scharfen Reinigern abraten

Ein Grund für die Zurückhaltung vieler Modulhersteller ist die Antireflexbeschichtung auf dem Modulglas. Die Solar Fabrik GmbH aus Laufach beschreibt diese nanoporöse Schicht in ihrer Montageanleitung für Solarmodule mit Stand vom 28. August 2026. Gegenüber unbeschichtetem Glas kann sie nach Herstellerangaben bei schräg einfallendem Licht bis zu 2 Prozent mehr Leistung bringen. Um diesen Effekt zu erhalten, sollte die Säuberung nach Angaben des Herstellers unter anderem mit starken Säuren, Laugen, alkalischen Reinigern, Dampf und Hochdruckreinigern vermieden werden. Für mäßige bis starke Rückstände empfiehlt die Solar Fabrik lauwarmes, entmineralisiertes Wasser und saubere, fusselfreie Tücher.

Die DLG hat für ihr Merkblatt 414 zur Reinigung von Solaranlagen auf Ställen die Installations- und Gebrauchsanleitungen von Modulherstellern ausgewertet, in der Fassung mit Stand September 2016. Viele Hersteller untersagten danach generell Dampf- und Hochdruckreiniger. Andere nannten Mindestabstände zur besprühten Fläche oder einen maximalen Wasserdruck von 690 Kilopascal. Einig waren sich die Hersteller laut DLG darin, dass weiche Bürsten, Schwämme oder Mikrofasertücher zu verwenden sind.

Das Fraunhofer CSP in Halle hat die chemische Seite untersucht und am 18. September 2023 ein eigenes Prüfverfahren für Modulreiniger vorgestellt. Viele marktübliche Mittel greifen nach diesen Untersuchungen schon in der empfohlenen Konzentration die Bauteile der Module an, allen voran die Antireflexschicht auf dem Frontglas. Das Center verweist dabei auf saure und alkalische Reiniger und Zusätze, die zur Reinigung von Solaranlagen zunehmend eingesetzt werden.

Auf Wegen, Einfahrten und Terrassen dagegen hängt das Ergebnis eines Hochdruckreinigers stark davon ab, welche Düse zum jeweiligen Belag passt. Welche Düsenform für Stein, Holz oder lackierte Flächen gedacht ist, zeigt der Überblick über Düsenarten für Hochdruckreiniger im Vergleich.

Woran Hausbesitzer vor einer Modulreinigung erkennen, ob und wie sie reinigen sollten

Vor einer Reinigung geben vier Punkte aus den Angaben von Fraunhofer ISE, DLG und Solar Fabrik Orientierung:

  • Neigung prüfen: Module mit sehr flacher Neigung unter 15 Grad verschmutzen laut Fraunhofer ISE besonders stark. Die Solar Fabrik verlangt für ihre Module einen Montagewinkel von mehr als 5 Grad, damit Regen sie ausreichend reinigt.
  • Unterkante ansehen: Die untere Kante und die unteren Ecken sind laut Fraunhofer ISE oft besonders stark verschmutzt; die Solar Fabrik empfiehlt regelmäßige Sichtkontrollen, etwa nach Pollenflug und längeren Trockenperioden.
  • Zeitpunkt wählen: Die Solar Fabrik rät, abgekühlte Module zu reinigen, etwa in den Morgenstunden, und nach dem DLG-Merkblatt von 2016 begrenzten einige Hersteller die Wassertemperatur auf 40 °C.
  • Anleitung lesen: Welche Mittel, Geräte und Wasserdrücke zulässig sind, steht in der Anleitung des jeweiligen Modulherstellers; bei starken Verschmutzungen empfiehlt die Solar Fabrik eine Reinigung, weil sonst örtlich überhitzte Stellen entstehen können.

Nach dem Laubfall zählt der Blick auf die Unterkante mehr als ein fester Termin

Nach dem Laubfall im November 2026 gibt der Zustand von Unterkante und Ecken einen ersten Hinweis, ob eine Reinigung der Solarmodule ansteht; einen festen Kalendertermin dafür nennt das Fraunhofer ISE nicht. Wer reinigt, hält sich an die Anleitung des eigenen Modulherstellers; erlaubt sie Hochdruck nicht ausdrücklich, bleibt der Hochdruckreiniger bei Wegen und Terrassen.

Die nächsten Zahlen kommen fortlaufend: Wie weit die Solarstromerzeugung 2026 den Vorjahreswert bis zum Jahresende übertrifft, lässt sich in den Energy-Charts des Fraunhofer ISE verfolgen, auf deren Daten sich auch der BSW-Solar gestützt hat. Das Fraunhofer ISE schreibt zudem seine Faktensammlung zur Photovoltaik in neuen Fassungen fort; die Einschätzung zur Verschmutzung von Solarmodulen stammt aus der Fassung vom 20. August 2026.