Hilders-Brand/Ostfildern, 01.09.2026 (PresseBox) – Drei Mehrfamilienhäuser ließ die gemeinnützige Genossenschaft OEKOGENO SWH eG im Klostergarten Ilbenstadt neu errichten: ein Gebäude aus Massivholz mit Satteldach, zwei weitere in Holzrahmenbauart mit Flachdach. Hinzu kam die Totalsanierung mehrerer Nebengebäude einschließlich Restaurierung ihres historischen Dachtragwerks. Als Generalübernehmer leistete DHV-Mitglied Holzbau Gutmann aus Hilders-Brand vorbildliche Arbeit.
von Achim Dathe, Baufachjournalist abp
Die Gründung des Klosters Ilbenstadt geht auf das Jahr 1122 zurück. Das mittelalterliche Chorherrenstift entwickelte sich über die Jahrhunderte zu einem geistlichen und wirtschaftlichen Zentrum, das auch das soziale Leben in der Wetterau maßgeblich mitbestimmte. Dass die Basilika im Volksmund bis heute „Wetterauer Dom“ genannt wird, macht den Einfluss des vormals klerikalen, zwischenzeitlich säkularisierten und mehrfach umgenutzten Anwesens deutlich.
Genossenschaftliches Wohnquartier Die historische Bausubstanz zu bewahren und in moderne Wohnformen zu integrieren, ist eine Aufgabe, mit der sich die gemeinnützige Genossenschaft OEKOGENO SWH eG befasst; SWH steht für ‘Soziales Wohnen in Hessen‘. „Seit über 20 Jahren sind die Gutshöfe des Klosters im hessischen Ilbenstadt verwaist. Wir möchten das historische Ensemble wiederbeleben.“, sagt OEKOGENO-Regionalleiter Jörg Weber. Erklärtes Ziel des kombinierten Sanierungs-, Umnutzungs- und Neubau-Projekts ist, barrierefreien Wohnraum zu schaffen, moderne Wohnungen zu bezahlbaren Mieten anzubieten und das Quartier auf dem malerisch gelegenen Gelände am Klostergarten gemeinwohlorientiert zu bewirtschaften. Dabei soll stets der soziale Gedanke, das Mit- und Füreinander, im Vordergrund stehen.
Gemeinsam statt einsam
Das genossenschaftliche Wohnprojekt am Klostergarten Ilbenstadt bietet die Möglichkeit, dort lebenslang zu wohnen. Der Wohnraum kann vermieterseits nur in Ausnahmefällen gekündigt werden, was ein besonders hohes Maß an sozialer Sicherheit bedeutet. Die OEKOGENO SWH eG garantiert darüber hinaus stabile Kostenmieten auf sozialverträglichem Niveau und ermöglicht Mitbestimmung und Entscheidungsfindung in demokratischen Prozessen.
Gebaut für eine solidarische Gemeinschaft
In den drei dreigeschossigen Neubauten findet sich eine Vielzahl unterschiedlicher Wohnungstypen: von kompakten Single-Wohnungen bis hin zu großzügigen Familien-Wohnungen, in denen Eltern auch mit mehreren Kindern ein belebenswertes, dauerhaft erschwingliches Zuhause finden. Hinzu kommt eine ambulant betreute Wohngemeinschaft, deren Mitglieder sich bei der Bewältigung des Alltags gegenseitig unterstützen – ganz im Sinne gelebter Solidarität.
Neben komfortablen Wohnungen, die allesamt barrierefrei zugänglich sind, gehören Gemeinschaftsräume für kulturelle Veranstaltungen und soziale Interaktion sowie für zweckbestimmte Nutzungen wie etwa Werkstatt-, Wasch- und Trockenräume zum Ensemble. Zu jeder Wohnung kommt zu guter Letzt – anstelle eines Kellers – ein Abstellraum hinzu, der sich im Dachgeschoss befindet.
Ilbenstadt hält fit
Das Wohnen auf klösterlichem Grund in Ilbenstadt bietet Mietern verschiedene Möglichkeiten zur aktiven Mitgestaltung ihres Lebensumfelds. Zum Wohn-Konzept gehören unter anderem auch die Organisation der Pflege betagter Mitbewohner/-innen, abwechselnde Kinderbetreuung sowie die Planung gemeinsamer Freizeitaktivitäten. „Es geht uns darum, nachbarschaftliche Solidarität erlebbar zu machen und soziale Interaktion zu fördern. Genossenschaftliches Wohnen besteht in der Balance zwischen gemeinschaftlichen Unternehmungen und individueller Rückbesinnung aufs Private. Das macht Ilbenstadt für Menschen aller Altersgruppen zu einem Ort, an dem Familie, Geborgenheit und Gemeinschaft an erster Stelle stehen.“, erläutert OEKOGENO-Regionalleiter Jörg Weber. (Näheres auf https://www.oekogeno-swh.de)
Nadel- und Laubholz im Verbund
Das genossenschaftliche Wohnbauprojekt verzahnt die Sanierung und Instandsetzung historischer Klostergebäude mit ökologischen Neubauten, die vorwiegend aus Holz bestehen und von Gutmann Haus (https://www.gutmannhaus.de) in architektonisch ausdrucksstarker Gestalt errichtet wurden. So ist auf der Fassade ein diffusionsoffener Reibeputz aufgebracht, der weitestgehend aus gebundenem Natursand besteht und in seiner ockergelben, leicht olivfarbigen Tönung erhalten bleiben soll. Diese Gestaltungslinie setzt sich bis in die Wohnräume fort. Die meisten neu gebauten Zimmer verfügen über Holzdecken aus naturbelassener gehobelter Fichte.
Zimmermeister Sebastian Pluta, der für Holzbau Gutmann seit 2020 tätig ist und in Ilbenstadt als Bauleiter fungiert, weist auf eine weitere Besonderheit im Dachgeschoss der Neubauten hin: „Die Querträger an der Decke sind aus extrem formstabilem Baubuche-Furnierschichtholz gefertigt. Die Stützen und die Deckenpaneele hingegen bestehen aus massivem, astarmem Fichtenholz. Nadelholz und Laubholz wirken hier also im Verbund und sorgen gemeinsam für die statische Lastabtragung.“ In den drei dreigeschossigen Neubauten in Ilbenstadt wurden insgesamt sechs Kubikmeter Baubuche verarbeitet (mehr über Baubuche auf https://www.pollmeier.com).
Das OEKOGENO-Wohnprojekt in Zahlen
Bauherrin/Auftraggeberin: OEKOGENO SWH eG – Soziales Wohnen Hessen
Bauplatz-Adresse: Im Kloster 4, 61194 Niddatal-Ilbenstadt
Erteilung der Baugenehmigung: März 2022
Baubeginn: im Sommer 2023
Bezugsfertigstellung samt Außenanlagen: bis Herbst 2026
Neu geschaffene Wohnungen: 32 in 3 MFH plus drei WE in einem historischen Gebäude; zusätzlich 1 großer Gemeinschaftsraum, 2 Gästezimmer und Co-Working-Spaces
Neu geschaffene Wohnfläche: 2.477 m² in drei MFH
Grundstücksfläche: ca. 5.290 m²
Besonderheit der Energieversorgung: Mieterstrom-Photovoltaik-Anlage
Mobilität: Parken in großer Gemeinschafts-Tiefgarage mit festen Stellplätzen; Ladestation für Fahrzeuge mit E-Antrieb
Gesamt-Investitionsvolumen: ca. 20,5 Mio. EUR
General-Übernehmer: Holzbau Gutmann GmbH; https://www.gutmannhaus.de
Die Holzbau Gutmann GmbH hat ihren Sitz in der Reulbacher Str. 18, 36115 Hilders-Brand (Hessen). Das mittelständische Holzbauunternehmen ist Vollmitglied im Deutschen Holzfertigbau-Verband e.V. (DHV), Hellmuth-Hirth-Str. 7, 73760 Ostfildern (https://d-h-v.de).
Wissenswertes über den Deutschen Holzfertigbau-Verband
Mit zusammen über 300 Mitgliedsbetrieben bilden der Deutsche Holzfertigbau-Verband e.V. (DHV, Ostfildern; https://d-h-v.de), die Vereinigung ZimmerMeisterHaus (ZMH, Schwäbisch Hall; https://www.zmh.com) und das Netzwerk 81fünf high-tech & holzbau AG (Lüneburg; https://www.81fuenf.de) eine leistungsstarke Gemeinschaft, die übereinstimmende Interessen gegenüber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gebündelt artikuliert. Größte Organisation in diesem Verbund ist der DHV, der als zentrales Sprachrohr fungiert. Zu den Mitgliedsunternehmen der drei holzwirtschaftlichen Verbände, die das Bauen in Deutschland nachhaltig mitgestalten, zählen Holzfertigbaubetriebe, Architektur- und Planungsbüros sowie Zulieferfirmen aller baubeteiligten Gewerke. Darüber hinaus gehören Sägewerke, Baumaschinenhersteller sowie Dienstleister aus bauaffinen Branchen wie zum Beispiel Gebäude-Energieberater, Statiker, Softwareentwickler, Vermessungs-ingenieure und Medienvertreter dem holzwirtschaftlichen Interessenverbund an. Das gemeinsame Ziel heißt Holzbau komplett: von der Beratung über die Planung und Vorfertigung bis zur bezugsbereiten Ausführung von Wohnhäusern, Büro-, Gewerbe- und Zweckbauten in allen erdenklichen Formen und Größen.